Ein Magengeschwür ist eine gutartige, entzündliche Schädigung der Magenschleimhaut. Der Fachbegriff dafür lautet "Ulcus ventriculi". Von einem Magengeschwür spricht man, sobald die Magenschleimhaut an einer bestimmten Position geschädigt ist. Diese Schädigung / verletzte Stelle kann bis in tiefe Muskelschichten des Magens reichen. In der Medizin spricht man dann von einer Läsion.
Bei einem Magengeschwür sind tiefere Schichten der Magenwand geschädigt. Magengeschwüre entstehen vor allem in einem bestimmten Bereich des Magens, der sogenannten kleinen Kurvatur. (kleine Innenkrümmung des Magens)
Bei einem Magengeschwür besteht oft ein Missverhältnis zwischen den Schutzfaktoren der Magenschleimhaut und aggressiven Faktoren (Magensäure). Sind zuviel Säure oder zu wenig Schutzfaktoren vorhanden, wird die Schleimhaut geschädigt – es entsteht Raum für ein Magengeschwür.
Ist nur die oberste Schicht der Magenschleimhaut von dem Geschwür betroffen, bezeichnen Ärzte dieses Geschwür als „Erosion“. Dringt jedoch das Geschwür in tiefere Schichten der Schleimhaut des Magens vor und schädigt dabei Blutgefäße kommt es zu einer Blutung. Der Magenulkus, wie das Magengeschwür auch bezeichnet wird, ist ein gutartiges Geschwür, das leicht behandelbar ist.
Die zwei wichtigsten Verursacher für ein Magengeschwür sind Schmerzmedikamente wie Aspirin und NSAR und das Bakterium Helicobacter pylori. Dieses Bakterium ist seit seiner Entdeckung in den 90er Jahren bekannt als eine der häufigsten Ursachen für das chronische Magengeschwür („gastroduodenale Ulcuskrankheit“). Das Risiko einer Erkrankung an einem Magen-Darmgeschwür zu erkranken erhöht sich massiv beim Vorliegen einer Gastritis die durch Helicobacter bedingt ist. Eine zwingende Entwicklung eines Ulkus oder eine Magenschleimhautentzündung ist jedoch nicht unbedingt gegeben wenn ein Patient mit diesem Bakterium besiedelt ist.
Rund dreiviertel der Patienten mit einem Magengeschwür sind mit dem Helicobacter-Bakterium infiziert. Auch Helicobacter pylori ist ein permissiver Faktor für die Geschwürentstehung, das heißt, die Infektion mit dem Bakterium reicht alleinige Ursache für die Entstehung eines Magen-Darmgeschwüres nicht aus. In der Regel liegen noch zusätzlich weitere aggressive Faktoren vor.
Das Magengeschwür gehört neben der Magenschleimhautentzündung und der Gastritis zu den meisten Erkrankungen des Magens. 5 von 10.000 Menschen erkranken jährlich an einem Magengeschwür. Besonders Menschen in der Altersgruppe zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr leiden besonders häufig an Magengeschwüre. Zudem leidet der überwiegende Teil der Patienten unter immer wiederkehrenden Geschwüren. Da das Magengeschwür oft nur als Ulkus bezeichnet wird, wird in diesem Fall von einer Ulkuskrankheit gesprochen. Ca. 10% der Bevölkerung haben zumindest einmal in ihrem Leben ein Magengeschwür oder Zwölffingerdarmgeschwür gehabt. Bei dem Ulcus ventriculi ist die Geschlechtsverteilung 1:1.
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Ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) kann unterschiedliche Ursachen haben. Gemein haben diese aber meist eine Störung des Gleichgewichts zwischen aggressiven und schützenden Mechanismen der Magenschleimhaut, die den Magensaft produziert. Die für den Verdauungsvorgang notwendigen Enzyme und Sekrete werden durch die Zellen der Magendrüsen gebildet ebenso wie die Magensäure. Der von den Nebenzellen gebildete alkalische Schleim ist ein weiteres Produkt der Magenschleimhaut. Dieser Schleim schützt den Magen vor der aggressiven Magensäure und bindet die Säure des Magensafts. Die Selbstverdauung des Magens wird gehindert.
Äußere und körpereigene Umstände können das Gleichgewicht negativ beeinflussen und zu Magengeschwüren führen.
Zu den Hauptbeschwerden eines Magengeschwürs (Ulcus ventriculi) gehören primär Schmerzen im Oberbauch. Beim Magengeschwür treten die Schmerzen vorwiegend unmittelbar nach der Nahrungszufuhr auf. Die Magen-schmerzen sind in der Mitte des Oberbauchs, bzw. gelegentlich auf der linken Seite gelegen. Übelkeit und Appetitlosigkeit sowie Abneigung gegenüber Kaffee und fettreicher Nahrung, kohlensäurehaltigen Getränken und Zitrusfrüchten sind ebenfalls Magengeschwür-Beschwerden.
Verursachen Magengeschwüre keine Beschwerden, werden Sie vom Arzt meist nur im Rahmen einer Routine-untersuchung / Vorsorgeuntersuchung festgestellt. Bei Personen, die bestimmte Schmerzmittel (Acetylsalicylsäure)einnehmen, bleiben die Magengeschwüre in mehr als 50% der Fälle völlig symptomlos.
Ein Magengeschwür kann auch aus aus einer Magenschleimhautentzündung resultieren. Bei einem Magengeschwür sind folgende Beschwerden symptomatisch:
• Erbrechen, Unwohlsein
• Schmerzen im Bereich des Oberbauchs
• eine Unverträglichkeit mancher Nahrungsmittel
• Beschwerden nach einer Nahrungsaufnahme oder bei nüchternen Magen
• Gewichtsverlust
Zu den Ursachen eines Magengeschwürs zählen vor allem:
• eine übermäßige Produktion der Magensäure
• Magenbeweglichkeit („gestörte Magenbewegungen“)
• Bakterien (Helicobacter pylori)
• Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
• bestimmte Medikamente (z.B. Schmerzmittel, vor allem mit Acetylsalicylsäure
• Stress, Emotionale Aufregung
• Depressionen
• eine krankhafte Überproduktion des Hormons Gastrin
• Bestrahlungen
Die Neigung, an einem Magengeschwür zu erkranken, ist oft bereits angeboren. Die Anfälligkeit für Magengeschwüre kann sich aber auch erst während des Lebens entwickeln. Eine erhöhte Erregbarkeit des vegetativen Nervensystems, z.B. bei Stress, wird auf dieser Grundlage häufig diskutiert.
Bei Magengeschwüren können zudem Schmerzen auftreten, die bis in die Brust , den Rücken oder den unteren Bauch ausstrahlen. Manche Patienten beschreiben diesen Schmerz als „nagend“. Auch kann bei einigen Patienten ein bestimmter Rhythmus in der Symptomatik der Schmerzen erkannt, der gelegentlich auf die Lokalisation des Geschwürs schließen läßt.
Schmerzen nach der Nahrungsaufnahme treten eher bei einem Magengeschwür auf, nächtliche Beschwerden und leichte Besserung der Schmerzen nach der Mahlzeit weisen eher auf ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) hin.
Gesicherte Diagnosen kann man jedoch nur durch einen Facharzt durchgeführte Gastroskopie (Magenspiegelung) bzw. Coloskopie (Darmspiegelung) erhalten.
Weitere Informationen zu Therapiemöglichkeiten finden Sie hier:
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