Die unmittelbare Ursache der Beschwerden einer Refluxerkrankung liegen in einer funktionellen Störung des Magenschließmuskels. Eine wirksame Behebung ist nur in wenigen Fällen möglich. Der Verlauf der Erkrankung ist meist chronisch. Die Diagnose „Reflux-Erkrankung" bedeutet meist eine langjährige Beschäftigung mit den Auswirkungen und ein entsprechender Lernprozess des richtigen Umgehens damit.
Beim Schluckvorgang erfolgt eine Entspannung des Magenschließmuskel um den Mageneingang zu öffnen und damit die Nahrung in den Magen gelangen kann. Der "Ösophagus-Sphinkter" entspannt sich aber ebenfalls zwischendurch immer wieder, damit die überschüssige Luft aus dem Magen gelangen kann.
Manchmal merkt man das als „Aufstoßen", meist aber nicht. In der Regel öffnet der Ösophagus-Sphinkterer sich bei diesen Entspannungsintervallen nur so weit, dass Luft entweichen kann. Bei Reflux-Erkrankten öffnet er sich - bedingt durch eine funktionelle Störung - jedoch merklich weiter, sodass auch Magenflüssigkeit austritt. Zudem ist der Ösophagus-Sphinkter bei Reflux-Erkrankten meist auch schwächer ausgeprägt als normalerweise.
Zum Teil noch ungeklärt sind die biochemischen Mechanismen hinter diesen sehr langen Entspannungsphasen des Magenschließmuskels. Ein wesentlicher Faktor dürften Mechanorezeptoren spielen, die eine Ausdehnung des oberen Magenanteils verursachen.
Auch Nervenbotenstoffe wie Cholezystokinin, GABA oder NO dürften beteiligt sein. Diese könnten in Zukunft als Ansatzpunkt für völlig neue Therapien der Reflux-Krankheit dienen: Über die Blockierung der Nervenbotenstoffe könnten die schluckunabhängigen Entspannungsphasen des Magenschließmuskels verhindert werden.
Öfters hat der Reflux auch noch weitere Ursachen. Störungen der Peristaltik der Speiseröhre können dazu beitragen, ebenso ein Zwerchfellbruch oder Reflux aus dem Zwölffingerdarm (galliger beziehungsweise alkalischer duodeno-gastroösophagealer Reflux). Seltener ist eine generell verminderte Spannung des Ösopagus-Sphinkter an der Entstehung der Reflux-Krankheit beteiligt oder eine Zwerchfellhernie beziehungsweise ein Zwerchfellbruch.
Bei stärkerem Druck aus dem unteren Bauchraum kann ein partieller Magenteil durch das Zwerchfell nach oben gelangen. Die Ösophagus-Sphinkter Funktion wird dadurch empfindlich gestört und in Folge dringt Magensäure in die Speiseröhre und es entsteht unangenehmes Sodbrennen.
Die Ursachen für diesen erhöhten Druck aus dem unteren Bauchraum können sein:
Schwangerschaft ist eine häufige, natürlichen Ursache von Reflux-Schmerzen. Das Baby benötigt Raum und drückt die Organe im Bauchraum hinauf. Ebenfalls eine Rolle spielt auch das Alter. Mit ansteigendem Lebensalter verliert das Zwerchfell an Spannung und es kann durchaus vorkommen, dass ein Teil des Magens sich hinauf bewegt.
Äußerst selten sind Lähmungen des Magens oder auch Verengungen der Grund für Reflux-Schmerzen, ebenso Magensonden bei künstlicher Ernährung oder bestimmte neuromuskuläre Erkrankungen.
Die Wahrscheinlichkeit bzw. das Risiko an Reflux zu erkranken kann sich durch folgende Umstände erhöhen:
Auch hohe psychische Überbelastungen und starker Stress sind Auslösefaktoren für eine Refluxkrankheit. Ebenso können genetisch bedingte Faktoren eine entsprechende Rolle spielen.
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