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Gastritis - welche Formen gibt es und wie kann Gastritis behandelt werden ?

 

Von einer Gastritis spricht man wenn die Magenschleimhaut entzündet ist. Gastritis kann diverse Ursachen haben und nicht selten beträchtliche Beschwerden verursachen. Oft heilt sie innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder ab. Eine Gastritis kann aber auch chronisch werden der Vorläufer eines Magengeschwürs sein.

In den westlichen Industrieländern ist die Gastritis häufig ver­breitet. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Bei den ca. 45-50 jährigen wird geschätzt dass fast jeder zweite davon betroffen ist.

 

Was sind die Ursachen von GASTRITIS ?

Bei einer Gastritis handelt es sich um eine Entzündung der Magenschleimhaut. Diese Entzündung ist meist die Folge einer Schädigung der Magenschleimhaut, wobei diese aber durchaus unterschiedliche Ursachen haben kann.

Man unterscheidet daher verschiedene Arten einer Gastritis, die demnach auch unterschiedlich zu behandeln sind. Eine Vorbeugung ist bei einigen möglich - dazu gehören die häufigsten Arten der Gastritis - bei anderen jedoch nicht.

 

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Die typischen Gastritis-Varianten sind:

B-Gastritis  (Bakterielle Gastritis): Diese Art der Gastritis geht auf eine Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori zurück. Die Mageninfektion beginnt meist im unteren Bereich des Magens, im sogenannten "Antrum", und kann sich dann nach oben hin fortsetzen.

Bei einem geringeren Prozentsatz der betroffenen Patienten kommt es in weiterer Folge zu Komplikationen wie zum Beispiel einem Magengeschwür oder einen Zwölffingerdarmgeschwür. Sehr selten sind Spätkomplikationen wie Magenkrebs oder das so genannte MALT-Lymphom.

 C-Gastritis  (Chemische Gastritis): Bei der C-Gastritis sind chemische Substanzen Verursacher des Problems. Das können die Einnahme von bestimmten Medikamenten sein - insbesondere nicht steroidale Antirheumatika (NSARs) aber auch erhöhter Alkoholkonsum, oder Gallenflüssigkeit die aus dem Zwölffingerdarm in den Magen gelangt.

Stress auf Grund starker beruflicher oder privater Belastungen, unter dem in der heutigen Zeit viele Menschen leiden, kann unter Umständen die durch eine schon bestehende Gastritis verursachten Beschwerden verstärken, aber selbst keine Gastritis auslösen.

Eine akute Gastritis kann nur durch den mit körperlich traumatischen Ereignissen verbundenen Stress ausgelöst werden, der mit schweren Verletzungen, Schock, Sepsis, Nierenversagen in Verbindung steht.

Wenn sich der „normale", also der nicht körperlich-traumatische Stress auf den Magen schlägt, dann handelt es sich nicht um eine Gastritis, sondern um einen (nervösen) Reizmagen. Der gewöhnliche Stress ruft keine Entzündungen der Magenwand hervor und somit auch keine Gastritis.

Dennoch hat sich die Bezeichnung Gastritis manifestiert und wird oft fälschlich auch dann verwendet, wenn es sich eigentlich um einen Reizmagen bzw. eine funktionelle Dyspepsie handelt. Das gilt nicht nur für Laien, sondern zum Teil auch für Ärzte und ist als Relikt aus der Vergangen­heit zu sehen, wo die Diagnosemethoden noch weniger ausgefeilt waren als heute.

Nun plädieren Fachleute aber für eine konsequente Trennung zwischen diesen beiden Krankheitsbildern. Natürlich muss dieser Trennung eine sorgfälti­ge und nicht selten eine schwierige Diagnosestellung vorausgehen. Eine klare Unterschei­dung zwischen einer Gastritis und einem Reizmagen ist deshalb so sinnvoll, weil die beiden Krankheitsbilder oft unterschiedliche Therapien erfordern. Diese Unterscheidung ist auch für die Betroffenen, also die Patienten wichtig, weil sich deren Beitrag zur Besserung der Beschwerden deutlich unter­scheiden kann.

Der Stress durch Belastungen und Sorgen im Berufs- und Privatleben ist kein Auslöser einer Gastritis. Eine Gastritis hat andere Ursachen. Wenn sich etwas „auf den Magen schlägt", dann kann das zu einem Reizmagen, einer sogenannten funktionellen Dyspepsie führen.

Es gibt noch weitere Arten der Gastritis, die jedoch allesamt extrem selten sind. Dazu gehört die Autoimmun-Gastritis, auch A-Gastritis genannt. Dabei kommt es zur Bildung von Antikörpern gegen die Belegzellen der Magenschleimhaut und gegen den Intrinsic Factor, der für die Aufnahme von Vitamin B12 not­wendig ist.
Sie betrifft vor allem den oberen Teil des Magens. In der Folge kann es zu einem Mangel an Vitamin B12 kommen, der wiederum zu einem Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie), weißen Blutkörperchen (Leukozytopenie) und Blutplättchen (Thrombozytopenie) führen kann, zu Störungen der Zellregeneration an Schleimhäuten sowie neurologischen Symptomen.
Weiters kann eine Gastritis auch durch Morbus Crohn hervorgerufen werden, das ist eine chronische Darmentzündung bisher unbekannter Ursache, oder durch eine Verdickung der Schleimhautfalten im oberen Abschnitt des Magens (Riesenfaltengastritis). Auch Tuberkulose oder Sarkoidose können eine Gastritis hervorrufen.

 

Was sind die Symptome von GASTRITIS ?

Die durch eine Gastritis verursachten Schmerzen und Beschwerden können sehr variabel sein. In vielen Fällen sind die Patienten durchaus beschwerdefrei. In einigen Fällen wirde eine durch nicht steroidale Antirheumatika oder durch Helicobacter hervorgerufene Gastritis erst durch Komplikationen wie einem Magendurchbruch oder einer Blutung "sichtbar". In der Regel hängen die Symptome einer Gastritis primär davon ab, ob es sich um eine akute Gastritis oder eine chronische Gastritis handelt.

Akute Gastritis

Eine akute Gastritis ist in ihrer Auswirkung entsprechend stark. Sie äußert sich durch starke Oberbauchschmerzen, des Öfteren auch plötzlich eintretende Übelkeit, Übergeben und ständige Appetitlosigkeit. Es können Magenblutungen auftreten, die sich durch dunkles Erbrochenes oder dunkel gefärbten Stuhl gekennzeichnet sind.

Chronische Gastritis

 Eine chronische Gastritis kann völlig unbemerkt bleiben. Wenn sie sich bemerkbar macht, dann meist durch unspezifische Symptome wie Völlegefühl, Übelkeit, Oberbauchschmerzen und Blähungen.

Eine Infektion mit Bakterium "Helicobacter pylori" führt meist zu einer akuten Gastritis die einen chronischen Verlauf nimmt. Akut wird ziemlich sicher auch eine Gastritis sein, die durch größere Mengen hochprozentiger Alkoholika ausgelöst wurde. Ob diese dann chronisch wird, hängt davon ab, ob der Alkoholkonsum im Übermaß weitergeht oder nicht.

 

Wie erfolgt die Diagnose einer GASTRITIS ?

Abgesehen von der möglichst detaillierten Angabe der Symptome und Lebensumstände betreffend in erster Linie über die Einnahme von Schmerzmitteln und den Alkoholkonsum, wird der Gastroskopie die größte Bedeutung zur Abklärung beigemessen, ob es sich um eine Gastritis handelt oder nicht.

Eine genaue Diagnose kann aber erst nach Durchführung einer histologischen Untersuchung von Gewebeproben abgegeben werden. Bei Verdacht auf eine Infektion durch den Helicobacter werden weitere Untersuchungen durchge­führt.

 

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es ?

Eine C-Gastritis vergeht in der Regel von selbst, wenn der auslösende Grund dafür wegfällt. Das bedeutet meist einen Verzicht auf nicht steroidale Antirheumatika oder, wenn das nicht möglich ist, die Einnahme eines Magenschutz-Präparats.

Bei einer durch Helicobacter hervorgerufenen Gastritis ist eine Eradikationstherapie die beste Methode. Bei einer A-Gastritis ist vor allem die Einnahme des Vitamin B12 wichtig, um dessen Mangel zu beheben und damit die bereits angeführten, unangnehmen Folgen zu vermeiden.

Vor allem bei einer akuten Gastritis ist die Einnahme säurehemmender Medi­kamente sinnvoll, um die Beschwerden relativ rasch in den Griff zu bekomen. Wenn die Magensäureproduktion reduziert wird, können die eingetretenen Schäden an der Magenschleimhaut auch dann natürlich besser abheilen.

Ist die Ausprägung der Symptome entsprechend stark, sind die am Besten wirksamen Medikamente die sogenannten Protonenpumpenhemmer.

 

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Wie kann man einer GASTRTIS vorbeugen ?

Einer C-Gastritis kann man durch Änderung der entsprechenden Lebens­gewohnheiten sehr gut vorbeugen, wobei an erster Stelle der Verzicht auf nicht steroidale Antirheumatika steht. Sollte das nicht möglich sein, empfiehlt sich unbedingt die Einnahme eines Magenschutzpräparats.

Auch ein möglichst weitgehender Verzicht auf Alkohol gehört zu den effektiv­sten vorbeugenden Maßnahmen gegen eine C-Gastritis. Eine gewisse Rolle spielt auch die Ernährungsweise. Am Besten ist man gestaltet die Ernährung magenfreundlich. Letztendlich sei hierbei auch erwähnt, dass die Schwächung der Schutzmechanismen der Magenwand zu den negativen Aus­wirkungen des Rauchens gehört.

 

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(*Univ. Prof. Dr. med. Tritthart - Medizinische Universität Graz)

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